Als Idee entstanden aus dem Verlust der Musikkneipe Destille, füllt die Kleine Freiheit in Nordhausen nicht nur Lücken, sondern wächst über sich hinaus. Gegründet hat sich der Verein Kleine Freiheit e. V. mit dem Wunsch, einen offenen Ort für Toleranz, kulturellen Austausch und Gemeinschaft zu schaffen.
In der ehemaligen Stellmacherei hat der Verein seinen Freiraum gefunden, um diesen mit viel Mühe und Herzblut in ein Zentrum für urbane Club- und Soziokultur umzubauen. Seit der Vereinsgründung im Jahr 2020 hat sich die Kleine Freiheit als ein wichtiger und lebendiger Teil des Nordhäuser Kulturlebens etabliert.
Das Kulturzentrum in der Freundschaftsstraße bietet einen Raum, der sich immer wieder neu erfindet und seine Besucherinnen und Besucher inspiriert. Dies gelingt über ein vielseitiges Angebot. Seien es genreübergreifende Konzerte, Lesungen oder Fotoausstellungen – hier lässt sich für jeden und jede etwas finden. Spätestens mit kreativen Eigenkreationen wie Karaoke-Bingo oder der Neunziger-Jahre Gameshow Familienduell wird noch die letzte Person überzeugt. Die Kleine Freiheit schafft Platz für alternative Clubkultur, bietet Kleinkunst eine Bühne und versteht sich als Treffpunkt für sämtliche Subkulturen und soziokulturelle Strömungen.
Die regelmäßig stattfindenden No Filter Talks regen zum Nachdenken an. Bei Themenabenden zum Ukrainekrieg oder über verborgene Vielfalt wird’s dabei auch mal ernster. Eingeladen waren in der Vergangenheit unter anderem Ortskräfte aus Afghanistan. Oder die Schriftstellerin Regina Horn, um über ihr Buch „Seelenmord: Erlebnisbericht eines misshandelten Kindes“ zu sprechen.
Verwurzelt in der Stadtgesellschaft Nordhausens ist man sich auch der örtlichen Vergangenheit bewusst. Bei einem Besuch des Holocaustüberlebenden Albrecht Weinberg wird mit der Pflanzung eines Gedenkbaumes den Opfern des KZ Mittelbau-Dora und Zwangsarbeitenden im Stadtquartier gedacht.
Die Kleine Freiheit ist kein reiner Kultur-Konsumort – sondern möchte Menschen zum Bestandteil kultureller Prozesse machen. Vielfältig, offen und gesellschaftsbezogen. Dass sich die Kleine Freiheit stetig weiterentwickeln kann, ist auch all den tatkräftigen helfenden Händen zu verdanken. Unabhängig von ihrer Konfession, ihres Geschlechts, ihrer Herkunft und Hautfarbe, ihrer sexuellen Identität, ihrer sozialen Herkunft oder einer Behinderung sind Menschen herzlich willkommen und zur Mitarbeit und Kooperation eingeladen.