Das Gebäude der ehemaligen Mädchenschule wird seit 2016 schrittweise saniert. Foto: Thomas Müller

Ort der Freiheit

In Geras Mitte wächst ein Zentrum für Kunst, Kultur und Kreativität, in dem schon jetzt vieles stattfindet.

Die Häselburg ist ein Laboratorium für Ideen und Visionen für eine kreative, diverse, selbstbewusste und weltoffene Stadtgesellschaft. Sie bietet Raum für Künstlerinnen und Kunstinteressierte, ortsansässige Vereine und Initiativen, Schülerinnen und Studierende, Gäste und Geflüchtete. In dem mehr als 3.000 m² großen Gebäudekomplex werden Bildung und Kunst mit Wohnen und interkulturellem Leben verbunden.

Seit 2016 wird das Gebäude, das im 19. Jahrhundert als Mädchenschule errichtet wurde und lange leerstand, schrittweise von der gemeinnützigen GmbH KIM – Kultur in Mitteldeutschland saniert und zu einem kulturellen Begegnungsort umgebaut. Dadurch wird ein wichtiges Baudenkmal der Stadt erhalten und der südwestliche Altstadtrand von Gera neu belebt.

2017 wurde im Haus die Neue Galerie für Zeitgenössische Kunst eröffnet. Sie zeigt in Wechselausstellungen Werke regional verwurzelter und international anerkannter Künstlerinnen. Malerinnen, Bildhauerinnen, Foto-, Film- und Medienkünstlerinnen haben im Haus ihre Ateliers bezogen. Im ersten OG betreibt der Verein Kaktus eine Dunkelkammer, im zweiten OG bietet die Kunstschule Gera – Freie Akademie Kurse für Kunstinteressierte jeden Alters.

Im Keller befinden sich die Lithografie- und Radierwerkstatt der Stadt Gera und eine Siebdruckwerkstatt, in denen Künstler*innen und Schulklassen arbeiten können. Zudem hat seit 2019 das Medienbildungszentrum der Thüringer Landesmedienanstalt unter dem Dach der Häselburg seinen Sitz.

Jährlich findet an der Häselburg eine Sommerakademie statt, bei der renommierte Künstlerinnen Kurse in Malerei, Fotografie, Film, Theater, Musik, kreativem Schreiben und Druckgrafik anbieten. Auf der Bühne im Alten Wannenbad, dem Veranstaltungsraum der Häselburg, finden Konzerte, Poetry-Slams, Lesungen und Gespräche statt. Hier tagen Initiativen und Kulturvereine, proben Bands und Theatergruppen, treffen sich Kunstinteressierte und gesellschaftlich Engagierte.

Fünf individuell gestalteten Zimmer im Dachgeschoss heißen Gäste aus aller Welt willkommen. 2021 kommen drei weitere Appartements dazu, die einen längeren Aufenthalt von Stipendiatinnen ermöglichen.