Wandbild der Brüder Humboldt am Stadtteilzentrum Gotha-West. Foto: Jörg Bischoff

Vereint für Gotha-West

Seit zwanzig Jahren setzt sich KommPottPora für die Aufwertung des Stadtteils ein.

Hierbleiben oder weggehen? Diese Frage stellte sich für viele engagierte Menschen in Gotha in den ersten Jahren nach der Friedlichen Revolution 1989. Denn die Stadt erlebte damals nicht nur einen tiefgreifenden Wandel und eine besonders hohe Abwanderung – es fehlte auch an Räumen und Strukturen für selbstorganisiertes soziokulturelles Engagement. Vor diesem Hintergrund formierte sich ein Netzwerk, um diese Strukturen aufzubauen. Daraus hat sich unter anderem 1998 der Verein KommPottPora gegründet.

KommPottPora ist sowohl Träger eigener Projekte als auch ein Netzwerk, in dem sich verschiedene regionale Vereine und Initiativen aus den Bereiche Soziokultur, Bildung, Interkultur oder Nachhaltigkeit organisieren. Die eigenen Projekte reichen von Konzerten, Ausstellungen und Lesungen über Seminare, Workshops und Publikationen bis hin zu Geschichts- und Zukunftswerkstätten. 

Zentrales Arbeitsfeld von KommPottPora ist die Stadtteilarbeit im Neubaugebiet Gotha-West, die 1999 mit der Gründung des Stadtteilzentrums als Bürgerinitiative von unten initiiert wurde. Ziele sind Verbesserung der Lebensqualität und der Beteiligungsformen im mittlerweile multikulturellen Quartier. Dies geschieht durch verschiedenste Aktivitäten wie Beratung, Stadtteilfeste oder Bildungsangebote. Mit der Stadtteilzeitung freundschaft, deren Name sich von einer ehemaligen Wohngebietsgaststätte ableitet, wurde ein regelmäßiges Kommunikationsmedium geschaffen. Der Verein ist nicht nur ein Scharnier zwischen Bürgerschaft, Vereinen, Verwaltung und Politik geworden – er ist auch Heimat für Hiergebliebene und Zugezogene.

Keineswegs jedoch ist die Arbeit des Vereins nur auf die Stadt Gotha beschränkt. Im nahegelegenen Bad Tabarz koordinierte er vor Ort das von Arbeit und Leben initiierte Film-Projekt Heimat, Deine Sterne, das einen Austausch zu regionaler Verbundenheit und gesellschaftlichem Engagement anregte. In dessen Folge entstand eine Zukunftswerkstatt, aus der u.a. eine Fairtrade-Gruppe erwuchs, die wiederum die Fairtrade-Initiative hervorbrachte. Im Januar 2019 wurde die Gemeinde als erste Kommune im ländlichen Raum Thüringens als Fairtrade-Town zertifiziert.