Live in der KulturGarage: Gypsy Ska Orquesta. Foto: Nekromanpix

Pappe for Life

Der Ausbau der ehemaligen Papierfabrik zu einem Soziokulturellen Zentrum ist für die Greizer Enthusiasten ein Lebenswerk.

Die Alte Papierfabrik Greiz, auch liebevoll „Pappe“ genannt, ist eine soziokulturelle Insel in der Ostthüringer Kleinstadt Greiz. Umringt von einem weinroten Lattenzaun beherbergt sie seit 18 Jahren den gleichnamigen Verein, der rund 30 ehrenamtliche Mitglieder zählt. Alles in dem über 150 Jahre alten Ziegelsteingebäude wird selbst saniert und instandgesetzt. Kulturbegeisterte Handwerker*innen, IT-Spezialisten, Schüler*innen und Musiker*innen machen gemeinsam immer mehr Raum im Objekt nutzbar.

Die gemeinsame Vision, eine Begegnungsstätte für Grenzen überschreitende Kultur und Kulturarbeit zu schaffen, treibt sie jede Woche dazu an. Derzeit verfügt das Haus über fünf Proberäume für Bands und Flächen zur freien künstlerischen Entfaltung.

Bei der Entrümpelung des Gebäudes, das lange Zeit leer stand, stoßen die Freiwilligen immer wieder auf Fundstücke aus der Geschichte: Altes Bildmaterial, Baupläne und Bücher mit Details zur Produktion werden gesammelt und gewissenhaft archiviert. Denn trotz der großen Zukunftspläne soll die Geschichte des Ortes nicht verlorengehen. Der Verein hat sich deshalb auch das Ziel gesetzt, gemeinsam mit den Greizer Museen eine eigene Dauerausstellung über die Greizer Papierindustrie zu konzipieren. 

Herzstück der heutigen Alten Papierfabrik ist die KulturGarage, in der fast wöchentlich Konzerte, Lesungen und szenische Darbietungen von nationalen und internationalen Kunstschaffenden stattfinden. International geht es auch jedes Jahr zum Baucamp zu. In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Bauorden werkeln und basteln Jugendliche aus der ganzen Welt gemeinsam mit den ehrenamtlichen Mitgliedern.

Höhepunkt dieses zweiwöchigen Austauschs ist das Pappe-Open-Air. Die zwei Bühnen werden abwechselnd durch Bands aus der Region und der ganzen Welt bespielt. Die KulturGarage steht an diesem Wochenende ganz im Zeichen der elektronischen Tanzmusik. Von Jahr zu Jahr steigen die Besucherzahlen des Open-Airs – ein Zeichen dafür, dass der vor 18 Jahren gefasste Plan aufgeht.

Nur gemeinsam mit Interessengemeinschaften, öffentlichen Trägern und Vereinen wie dem Greizer Theaterherbst, The.Arter, dem Förderverein der Vogtlandhalle Greiz, dem Diakonieverein Carolinenfeld und nicht zuletzt der Stadt Greiz ist ein so hochgesetztes Ziel überhaupt realisierbar.